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Archäobotanische Vergleichssammlung – Institut für Archäologische Wissenschaften, Abt. III

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Dünnschliffe fossiler Hölzer

Kategorien

Signatur

Inv.-Nr. KF-KN-004, KF-KN-007, K II-733D

Urheber

Fundort: Koobi Fora, Kenia

Datierung

3,4 Millionen Jahre

Maße

H 5 cm, B 3 cm

Ausstellungskontext

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Dünnschliffe fossiler Hölzer

© Foto: Tom Stern, Copyright: Abt. Marketing und Kommunikation, Goethe-Universität

von Judith Blume, Vera Hierholzer

Die Lebensweise von Pflanzen, ihr Aufbau, ihre einzelnen Bestandteile und deren Funktionsweisen erschließen sich in der Regel nur bedingt durch die äußere Betrachtung. Erst der Blick in das Innere, der durch das Zerlegen und Zerschneiden der Pflanzen möglich und durch Hilfsmittel wie das Mikroskop unterstützt wird, führt zu genaueren Erkenntnissen. Mikroskopische Präparate sind deshalb für viele Forschungen der Ausgangspunkt und auch im Studium sind die inneren Strukturen der Pflanzen Grundlagenstoff.

Anordnung und Ausbildung derWasserleitgefäße und der lebenden Zellen geben wichtige Hinweise für die Bestimmung der Holzarten. Gerade in der Untersuchung fossiler Hölzer, die von außen eher wie Steine aussehen, eröffnet der Blick nach innen ganz neue Perspektiven. Die auf Grund der Holzstruktur bestimmbaren Gehölzarten lassen Rückschlüsse auf die klimatischen Bedingungen zu und geben damit auch Auskunft über das Lebensumfeld unserer Vorfahren. Die Anfertigung der nurwenige Mikrometer dicken Dünnschliffe ist eine aufwändige und teure Angelegenheit, bei der ein zunächst circa ein Millimeter messendes Stück so lange geschliffen wird, bis es mit dem Licht eines Mikroskops durchleuchtet werden kann.

Was heute mit modernen Bildtechniken vermittelt wird, wurde den Studierenden früherer Jahrzehnte noch anhand von Zeichnungen erläutert. Der erste Lehrstuhlinhaber für Botanik an der Frankfurter Universität, Martin Möbius (1859 – 1946), fertigte in mühevoller Eigenarbeit ganze Serien an Detailzeichnungen von Pflanzenteilen an, die er in seinen Vorlesungen einsetzte.

Dieser Text stammt aus dem Katalog der Jubiläumsausstellung "Ich sehe wunderbare Dinge. 100 Jahre Sammlungen der Goethe-Universität".