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Abteilung Handschriften und Inkunabeln – Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg

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Algebrah ve-gimatriyah

Kategorien

Signatur

Ms. hebr. oct. 49

Datierung

18./19. Jahrhundert

Maße

H 24 cm, B 20 cm

Ausstellungskontext

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Algebrah ve-gimatriyah

© Bild: Raschida Mansour

von Vera Hierholzer

Die mit vielen erläuternden Zeichnungen illustrierte Handschrift scheint aus mehreren Schulheften zusammengebunden zu sein, die sich der Algebra und Geometrie widmen. Sie belegt nicht nur den hohen Stellenwert einer umfassenden Bildung im Judentum des 18. und 19. Jahrhunderts, sondern zeigt auch dessen Vielsprachigkeit. Sie wurde vorwiegend in deutscher Sprache abgefasst, wobei allerdings unterschiedliche Schriftzeichen benutzt wurden – hebräische, altdeutsche und lateinische. Darüber hinaus finden sich lateinsprachige Passagen, für die der Schüler recht eigenwillige Schreibweisen wählte, indem er lateinische Wörter an die Aussprache im Jiddischen anpasste. Die Handschrift stammt aus dem Besitz des Historikers Isaak Markus Jost (1793 – 1860), der an der Schule der Frankfurter jüdischen Gemeinde, dem Philanthropin, unterrichtete und zu den führenden Köpfen der jüdischen Reformbewegung gehörte. Seine Bibliothek aus fast 900 Werken zur jüdischen Geschichte und Literatur, zur Geschichte der Judenemanzipation und zur jüdischen Reformbewegung hinterließ er der Hebraica- und Judaica-Sammlung, die Ende des 19. Jahrhunderts durch großzügige Spenden Frankfurter Juden gegründet wurde und heute zur Universitätsbibliothek gehört.

Dieser Text stammt aus dem Katalog der Jubiläumsausstellung "Ich sehe wunderbare Dinge. 100 Jahre Sammlungen der Goethe-Universität".