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In der Sammlung

Ethnographische Sammlung – Frobenius-Institut

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Tropenhelm

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Maße

H 15 cm, L 37,5 cm, B 28 cm

Material

Stroh, Tuch

Ausstellungskontext

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Tropenhelm

© Peter Steigerwald 2014

Blick in die Ferne

Eine unbändige Neugier auf unbekannte Gebiete und Kulturen sowie eine große Leidenschaft waren treibende Kräfte für die zahlreichen Forschungsreisen, deren vielfältige Zeugnisse sich als einzelne Spuren oder umfangreiche Konvolute in den Sammlungen wiederfinden. Bevor ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Spezialisierungen einsetzten, galt das Interesse im Sinne des Universalgelehrtentums allen Hinterlassenschaften, ob es sich um geologische, archäologische, ethnologische, botanische, medizinische, zoologische oder naturwissenschaftliche Objekte handelte. Einer der Reisenden, von dem einige Zeugnisse ins Herbarium gelangten, war der Naturforscher Johann Reinhold Forster (1729 – 1798), der mit James Cook (1728 – 1779) die Welt umsegelte und zahlreiche unbekannte Pflanzenarten konservierte und beschrieb. Ein andererwar der Frankfurter Bankierssohn und Kaufmann Eduard Rüppell (1794 – 1884), der bei einer ausgedehnten Expedition von 1822 bis 1827 in Nordafrika und im Nahen Osten unter anderem Akaba in Jordanien besuchte und dort eine Skizze von der Burganlage anfertigte, die im Ersten Weltkrieg durch die Eroberung des Engländers Lawrence von Arabien (1888 – 1935) weltberühmt wurde. Zahlreiche Dokumente und sorgfältig zusammengestellte Fotokataloge belegen die Expeditionen von Leo Frobenius (1873 – 1938), die er von 1904 bis 1935 vor allem zur Erforschung der Geschichte, Kunst und Kultur Afrikas durchführte: »Frobenius hat Afrika seine Würde zurückgegeben«, sagte Léopold Sédar Senghor (1906 – 2001), der erste Präsident der Republik Senegal. Die Fotografien gelangten an das Forschungsinstitut für Kulturmorphologie an der Goethe-Universität (heute Frobenius-Institut), das Frobenius, seit 1932 Honorarprofessor und Direktor des Städtischen Museums für Völkerkunde, gegründet hatte. Es sind unschätzbare Zeugnisse von heute oft nicht mehr existierenden Orten und Kulturen. Dasselbe gilt für das Dokumentationsmaterial von Oswin Köhler (1911 – 1996), das der Sprachwissenschaftler mithilfe seiner Frau Ruth in jahrelanger Feldarbeit bei und mit den Kxoé – den als Buschmänner bekannten letzten Jägern und Sammlern in Namibia und Angola – über ihre Sprache und Kultur erstellte. Es befindet sich heute im Institut für Afrikanistik.