SammlungenSammlungenSammlungen

In der Sammlung

Abteilung Handschriften und Inkunabeln – Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg

Weitere Objekte in dieser Sammlung

Über Galls Schädellehre

Kategorien

Signatur

Nachlass Samuel Thomas von Soemmerring, Sign. Soe 57

Urheber

Samuel Thomas von Soemmerring

Datierung

1803 – 1829

Maße

H 28,5 cm, B 13,5 cm

Drucken
per E-Mail senden

Über Galls Schädellehre

von Vera Hierholzer

Der Mediziner Franz Joseph Gall (1758 – 1828) stellte die These auf, dass die seelischen und charakterlichen Eigenschaften des Menschen einzelnen Hirnregionen zugeordnet sind: je größer diese Regionen, desto ausgeprägter die entsprechenden Eigenschaften. Diese bestimmten auch die Form des Schädels und seien deshalb von außen zu vermessen. Trotz dieser aus heutiger Sicht unwissenschaftlichen Herangehensweise stellte die als Phrenologie bezeichnete Lehre Galls einen wichtigen Vorläufer der modernen Neurowissenschaften dar. Unter den Zeitgenossen fand sie zahlreiche Anhänger; das gegenseitige Betasten des Kopfes wurde zu einem beliebten Gesellschaftsspiel. Doch fanden sich auch viele Kritiker, darunter Galls Fachkollege Samuel Thomas von Soemmerring (1755 – 1830), der dessen funktionelle Betrachtungsweise ablehnte. Soemmerring betrachtete das Gehirn als »Seelenorgan« und vermutete den »Wohnsitz der Seele« in seinen inneren Höhlen.