SammlungenSammlungenSammlungen

In der Sammlung

Altorientalische Sammlung

Weitere Objekte in dieser Sammlung

Replik kudurru des Nabû-apla-idina

Kategorien

Signatur

Leihgabe der Klassischen Archäologie

Datierung

Sippar oder Babylon, Irak, 875 bis 850 v. Chr.

Maße

Höhe 17,5 cm

Material

Original aus Diorit

Drucken
per E-Mail senden

Replik kudurru des Nabû-apla-idina

© Institut für Archäologische Wissenschaften

Dies ist die Kopie eines steinernen kudurru, der Prunkausführung einer babylonischen Landschenkungsurkunde, wie sie in Babylonien zwischen dem 14. und 7. Jh. v. Chr. genutzt wurden und zu den prägnantesten Denkmälergattungen gehört. Die häufig mit Göttersymbolen versehenen steinernen sog. kudurru dokumentieren die Landschenkung und waren vermutlich in Tempel geweiht, während die Vertragstexte auf Tontafeln als separate Dokumente in den Archiven der Vertragspartner aufbewahrt wurden.

Im oberen Segment der Vorderseite sind verschiedene Göttersymbole zu sehen. Auf Symbolsockeln stehen ein Spaten, ein Stab mit Widderkopf, zwei mittig verbundene Stangen sowie zwei Hörnerkronen. Daneben stehen eine Keule mit Adlerkopf und eine zweite mit Löwenkopf. Unter der Trennlinie ist eine Szene mit zwei stehenden, einander zugewandten, Männern zu sehen. Der rechte ist der König Nabû-apla-iddina. In der rechten Hand hält der Herrscher einen langen Stab. Der linke ist der gleichnamige Priester Nabû-apla-iddina, der seine rechte Hand zum König erhebt. Im Bildfeld verlaufen zwei kürzere Inschriften. Die längere Inschrift befindet sich im unteren Viertel der Steintafel. Auf der Rückseite befinden sich eine weitere Symbole sowie eine Inschrift.
Der Keilschrifttext ist die Kopie einer Urkunde, welche die Bewilligung von Land durch Nabû-apla-iddina, den König, an den Priester. Dieser erhielt drei GUR Ackerland zwischen dem Maše-Kanal und dem Euphrat sowie fünf Gärten. Die Urkunde ist in das 20. Jahr von Nabû-apla-iddinas Herrschaft datiert (zwischen 875 und 850 v. Chr.) und wurde in Anwesenheit von fünf Beamten mit dem königlichen Siegel in Babylon versehen.

Das Original ist aus Diorit gefertigt und wurde von Hormuzd Rassam 1881 in Sippar (Irak) gefunden. Derzeit befindet es sich im British Museum in London (BM 90922). Der Gipsabguss wurde der Altorientalischen Sammlung von der Abteilung für Klassische Archäologie der Goethe-Universität geliehen.

Beschrieben von Natalie Mez

Literatur

L. W. King (Hrsg.), Babylonian Boundary-Stones and Memorial-Tablets in the British Museum, London 1912, S. 104-105, Taf. CIII und 14.
U. Seidl, Die babylonischen Kudurru-Reliefs, in: Baghdader Mitteilungen 4, 1968, S. 7–220.