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Bibliothek für Jugendbuchforschung – Institut für Jugendbuchforschung

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Der menschliche Körper in 3D

Kategorien

Signatur

Sign. K 5/04/1989

Urheber

Luann Colombo

Datierung

2004

Maße

H 30 cm, B 25 cm

Material

Papier, Plastik

Ausstellungskontext

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Der menschliche Körper in 3D

© Foto: Tom Stern, Copyright: Abt. Marketing und Kommunikation, Goethe-Universität

Neugier - Der Blick nach innen: Mensch (Katalogtext)

»Sind die Schalen und das Aussenwerck so schön, wie herrlich wird es seyn, wenn wir den Kern und das Wesen derer Dingen näher einsehen werden!«

(Johann Christian Senckenberg, 1707 – 1772, Arzt, Naturforscher und Gründer der Dr. Senckenbergischen Stiftung)

Lebewesen sind geheimnisvoll: Sie bewegen sich mit eigenem Willen und aus eigener Kraft. Eine meist attraktive Oberfläche (Haut, Haare, Schuppen, Panzer) verdeckt aber den Blick auf das innere Geheimnis dieses Lebens, und das neugierige Öffnen und Sezieren des Körpers würde zu dessen Tod führen. Eine neue Wissenschaft des Körperinneren entstand im 16. Jahrhundert: die Anatomie. Andreas Vesalius (1514 – 1564) publizierte in seiner Fabrica von 1543 die ersten exakten Darstellungen. Einer der zahlreichen Nachfolger war Johannes Rümelins (1583 – 1632) Faltatlas von 1632, der das Aufklappen des Körpers und dessen Dreidimensionalität erfahrbar machte. Dargestellt wurde bis zum Ende des 18. Jahrhundert der gesunde, normierte »Normalkörper« als perfektes Abbild Gottes – erst danach setzte sich das Interesse an Krankheiten und Missbildungen durch: die Pathologie. Präparate von kranken oder verletzten Körperteilen begannen, die kunstvollen Modelle des gesunden Normalleibs zu verdrängen. Auch das letztlich »undurchschaubar« bleibende Gehirn wurde zum Gegenstand anatomischer und pathologischer Forschung. In Frankfurt baute Ludwig Edinger (1855 – 1918) seine berühmte Sammlung präparierter Gehirne aller Lebewesen auf, während Alois Alzheimer (1864 – 1915) seine Untersuchungen an Auguste Deter (1850 – 1906) vornahm. In Auguste Deters Hirn konnte Alzheimer 1906 charakteristische Ablagerungen nachweisen. (CT)

Dieser Text stammt aus dem Katalog der Jubiläumsausstellung "Ich sehe wunderbare Dinge. 100 Jahre Sammlungen der Goethe-Universität". Das Kinderbuch wurde in der Ausstellung neben Johannes Rümelins Faltatlas, einem Gehirnmodell, einer Wandtafel zur Darstellung des menschlichen Kopfes sowie Präparaten aus der Gehirnsammlung Edingers gezeigt.