SammlungenSammlungenSammlungen

Fotograf: Tom Stern, Copyright: Marketing und Kommunikation, Goethe-Universität

Anschrift

Kontakt

Dr. Richard Kuba
Tel.: (069) 798-33056
kuba@em.uni-frankfurt.de

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag, nach Vereinbarung

Drucken
per E-Mail senden

Felsbildarchiv und Ethnographisches Bildarchiv – Frobenius-Institut

Gesamtzahl der Objekte: circa 38.500

Objektgattungen: Felsbildkopien und ethnographische Zeichnungen aus Afrika, Ozeanien, Australien und Europa. Fotografien, Tusche- und Bleistiftskizzen, Aquarelle, Gouachen, Ölbilder

Datierung der Objekte: 1830 bis 1964

Erfassung: Historische Registerbücher und Kataloge aus den 1930er und 1940er Jahren; systematische sowie teilweise auch inhaltliche Erschließung in einer Faust Datenbank 2006-2009; Online-Datenbank: http://bildarchiv.frobenius-katalog.de/

Leo Frobenius (1873–1938) führte ab 1912 mit einem Stab von Mitarbeitern und Malern/-innen mehrere der Felsbildforschung gewidmete Expeditionen in das nördliche Afrika, nach Südafrika, zu europäischen Fundstellen sowie nach Neu Guinea und Australien durch und legte damit den Grundstock zum Felsbildarchiv. Die Motive wurden dabei meist in Originalgröße auf Leinwand kopiert. So entstand eine Sammlung von über 8600 Felsbildkopien – eine der ältesten und umfassendsten Sammlungen dieser Art weltweit. Die zeichnerische Dokumentation endete 1964. Die Praxis der „Originalkopien“ wurde zusehends durch die Farbfotografie abgelöst. Die gemalten Kopien wurden seit den 1930er Jahren von einer breiten Öffentlichkeit und von modernen Künstlern rezipiert und in zahlreichen Ausstellungen, unter anderem im New Yorker Museum of Modern Art, gezeigt. Mittlerweile sind viele Felsbildstellen unwiederbringlich zerstört. Auf Grundlage von Frobeniusʼ früher Dokumentation und mithilfe moderner technischer Verfahren kann jedoch das bedeutende prähistorische Erbe digital rekonstruiert werden.

Das ethnographische Bildarchiv ist ebenfalls das Ergebnis der Sammel- und Dokumentationstätigkeit des Instituts seit 1898. Geleitet von der Vorstellung, dass die alte Kultur Afrikas dem Untergang geweiht sei, versuchte Frobenius diese möglichst flächendeckend und systematisch zu dokumentieren. Der überwiegende Teil des Materials wurde von eigens engagierten Zeichnern während der zahlreichen Expeditionen des Instituts zwischen 1904 und 1965 angefertigt. Ihre Zeichnungen, aber auch historische Illustrationen indigener Künstler dokumentieren materielle Kultur, Kunst und Architektur, rituelles Leben, Handwerk und vieles mehr auf fünf Kontinenten, wobei Afrika dominiert.

Literatur

Von Atlantis nach Äthiopien: Ausstellung der Frobenius-Expedition im Abgeordnetenhaus zu Berlin vom 6.–18. Oktober 1912, hg. v. Leo Frobenius mit Ausstellungsplan von Karl Friedrich Nowak, Berlin 1912.

Nigeria 100 Years Ago – Through the Eyes of Leo Frobenius and his Expedition Team, Ausstellungskatalog, hg. v. Richard Kuba, Musa Hambolu, Frankfurt a. M. 2010.

Pavel Cervicek: Catalogue of the Rock Art Collection of the Frobenius Institute, Wiesbaden 1976.

Madsimu Dsangara. Die Schatten der Vergessenen. Afrika-Ausstellung, veranst. v. Künstlerbund Hagen gemeinschaftl. mit dem Kulturbund, Wien 1934.

Leo Frobenius: Beitrag zur Analyse südafrikanischer Felsbilder, bearb. v. Agnes Schulz, mit Beispielen von Steinwerkzeugfunden (aus der Sammlung von Prof. Dr. E. Reuning), Frankfurt a. M. 1932.

Leo Frobenius: Das Urbild – Cicerone zur vorgeschichtlichen Reichsbildgalerie, Frankfurt a. M. 1936.

Leo Frobenius, Douglas Claughton Fox: Prehistoric Rock Pictures in Europe and Africa, New York 1937.

Richard Kuba: Frobenius in New York. Felsbilder im Museum of Modern Art, in: Zwischen Aneignung und Verfremdung, hg. v. Volker Gottowick, Holger Jebens, Editha Platte, Frankfurt a. M., New York 2008, S. 139–155.

Giesela Stappert: Afrika – EthnoGraphisch, Eine Bilderausstellung des Frobenius-Institutes, Frankfurt a. M. 1996.

Erfasste Objekte

Reproduktion der Felsbildkopie der „Weißen Dame“ vom Brandberg [in: Frobenius 1931, Taf. 78, 79.]

„Und hier stand ich nun, angesichts der wirklich außerordentlich interessanten Malerei“. Mit diesen Worten beschreibt Maria Weyersberg (1886–1987) in ihrem Tagebuch die Wiederentdeckung der Felsmalerei im Jahre 1929, die später (1948) von Abbé Henri Breuil (1877–1961) den ...

Felsbildkopie Affe auf Rind

Heute ist kaum noch nachvollziehbar, unterwelch jahrelangen, strapaziösen Bedingungen diese einzigartigen Felsbildkopien prähistorischer Malereien durch Künstlerinnen entstanden sind. Die künstlerische Qualität der Kopien wurde rasch erkannt und bereits 1930 mit einer ...

Felsbildkopie mit Frauenfigur und Goanna

Die Felsbildkopie, die während der Expedition des Frobenius-Instituts von 1954 bis 1955 nach Nord-Australien entstanden ist, zeigt eine Darstellung von Ahnengeistern, die magisch aufgeladen sind. Die Malerei ist zweischichtig aufgetragen: Die erste Schicht zeigt eine überlange ...

Schreitender Mann mit Elefantenkopf

Schreitender Mann mit Elefantenkopf ist Bestandteil einer Sammlung, die von Leo Frobenius (1873 – 1938) zur Dokumentation und wissenschaftlichen Erforschung der Kulturgeschichte der Menschheit aufgebaut wurde und heute als eine der ältesten und umfangreichsten Felsbildsammlungen weltweit gilt. ...