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Ausstellungen

„Ausstellen“ bedeutet viel mehr, als Objekte in der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen. Ausstellungen bieten die Chance, mittels materieller Bestände neue und andersartige Wissensgeschichten zu vermitteln und zu erzeugen. Bereits die Geste, mit der die Bestände ihrem üblichen Nutzungs- oder Aufbewahrungskontext entzogen werden, stellt ein Moment des Erkenntnisprozesses dar. Hinter der Auswahl der Objekte, der Schaffung neuer Nachbarschaften sowie der Gestaltung des Zusammenspiels zwischen Exponaten, Texten, Raum und Licht stehen Reflexionsprozesse, die im besten Fall neue Interpretationen der Dinge, unvorhersehbare Assoziationen und damit neues Wissen erzeugen.

In diesem Sinne hat die Goethe Universität zu ihrem 100-jährigen Jubiläum die Ausstellung „Ich sehe wunderbare Dinge. 100 Jahre Sammlungen an der Goethe-Universität“ initiiert (Leitung: Dr. Charlotte Trümpler, 19. Oktober 2014 bis 8. Februar 2015 im MUSEUM GIERSCH).

Die Studiengruppe freut sich über Hinweise auf vergangene und zukünftige Ausstellungsprojekte!

April 2016-Oktober 2016 | 1. Stock des geowissenschaftlichen Gebäudes, Altenhöferallee 1

Geowissensachften im Alltag

Im Rahmen des Seminars „Geowissenschaftliche Ausstellungsgestaltung“ haben zwölf Studierende des Bachelor-Studiengangs Geowissenschaften eine Vitrine gestaltet, die uns mit den Geowissenschaften im Alltag vertraut macht. Unter der Überschrift „GEO“ in griechischen Buchstaben, eine Anlehnung an die namengebende griechische Erdgöttin, haben die Seminarteilnehmer_innen neun Fächer eines Setzkastens konzipiert und dabei Sammlungsobjekte didaktisch aufbereitet. Die neun objekttragenden Fächer zeigen aktuelle geowissenschaftliche Themen, und zwar durch Hintergrundfarben betont entsprechend des Schalenbaues der Erde von

oberflächennah: Lithium, Klimawandel, Baugrund

mittlere Tiefe: Grundwasser, Fracking, Geothermie

große Tiefe: Erdbeben, Diamanten, Erdmagnetfeld

Leitung: Prof. Dr. Peter Prinz-Grimm, im Wintersemester 2015/16

12.02.2016 | Institut für Ethnologie, IG-Farben-Haus

„NICHT FüR FRAUEN!“ – EINE AUSSTELLUNG FüR ALLE

In Deutschland erleben Masken ihren kulturellen Höhepunkt während der Fastnachtszeit und werden für ein paar verrückte Tage im Jahr zum Mittel der Wahl, um sich zu verkleiden. Doch nicht nur in Deutschland, auch in anderen Teilen der Welt sind Masken beliebt. Doch steht hier oft nicht der Spaß im Vordergrund, vielmehr geht es um das Abstreifen des Menschseins und die Verkörperung einer neuen Gestalt mit einer transzendenten Bedeutung. Diese rituelle Funktion macht die Masken zu heiligen Objekten, die strengen Restriktionen unterliegen. So können die zeremoniellen Tumbuan-Masken aus Papua-Neuguinea nur von eingeweihten Männern hergestellt werden, und Frauen und Kinder dürfen sie ausschließlich während der rituellen Tänze betrachten.

Eine dieser Masken, aus der Sammlung des Frobenius-Instituts, ist im Rahmen einer kleinen, aber feinen Ausstellung des Ethnologischen Instituts der Goethe-Universität Frankfurt am Main zu bewundern. Unter dem provokanten Titel „Nicht für Frauen!“ wurde die Ausstellung von den Teilnehmern des Seminars „Ausstellungen kuratieren“ unter Leitung von Benedikt Burkard konzipiert und realisiert. Ab dem 12.02.2016 ist sie in der Vitrine des Ethnologischen Institutes zu sehen. Aber nur für die, die mutig genug sind, den Schleier zu lüften. Nicht für Frauen! Nur für Verrückte!

20.1.–16.5.2016 | Martin-Gropius-Bau, Berlin

Kunst der Vorzeit. Felsbilder aus der Sammlung Leo Frobenius

Der deutsche Ethnologe Leo Frobenius legte die weltweit bedeutendste Sammlung großformatiger Kopien prähistorischer Felskunst an: Die Bildensembles, oft an unzugänglichen Orten wie Höhlen und Wüsten zu finden, wurden unter abenteuerlichen Umständen abgemalt. Nach Nordafrika, der Sahara und dem südlichen Afrika entsandte Frobenius auch Expeditionen in die europäischen Felsbildgebiete sowie nach Indonesien und Australien. So entstand eine Sammlung von über 5 000 Kopien, farbig und meist in Originalgröße mit Formaten von bis zu 2,5 x 10 Metern.

Erst in jüngster Zeit konnte die fast vergessene, spektakuläre internationale Ausstellungsgeschichte dieser Bilder rekonstruiert werden: In den 1930 Jahren tourten die Felsbildkopien durch fast alle europäischen Hauptstädte sowie durch 32 amerikanische Großstädte. In gefeierten Ausstellungen wurden sie u.a. im Berliner Reichstag, im Pariser Trocadéro und im New Yorker Museum of Modern Art gezeigt.

Rund 100, darunter viele großformatige und wandfüllende Felsbildkopien des Frobenius-Institutes sowie fotografisches und archivalisches Material zeigen die abenteuerliche Entstehungsgeschichte der Felsbilder in Europa, der zentralen Sahara, den Savannen Simbabwes oder dem australischen Outback. Welche Wirkung diese zuvor ungesehenen Bilder auf die Moderne hatte und wie sie Künstlerinnen und Künstler inspirierten, ist Thema dieser Ausstellung.

Veranstalter: Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau. Eine Ausstellung des Frobenius-Instituts an der Goethe-Universität Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem Martin-Gropius-Bau.

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15.10.-20.12.2015 | Foyer des IG-Farben-Hauses

Menschen | Tun | Dinge. Forschungen zu Wert und Wandel von Objekten

So deutlich die wechselseitigen Beziehungen von Menschen und Dingen sind, so offensichtlich ist auch deren Vielgestaltigkeit. Dinge können zeitgleich ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Mehrdeutigkeit ist dabei nicht nur ein Problem, sondern auch eine besondere Stärke im Zugriff auf materielle Zeugnisse. Aus diesem Grunde vermeiden es die in dieser Ausstellung von Doktorandinnen und Doktoranden des Graduiertenkollegs "Wert und Äquivalent" präsentierten Studien, eine nur oberflächlich gültige Eindeutigkeit zu behaupten. Anstelle dessen geht es in jeder einzelnen Fallstudie darum, die Wandelbarkeit der Dinge und die Möglichkeiten unterschiedlicher Interpretationen mit zu berücksichtigen.

Indem der dynamische Wandel der Beziehungen von Mensch und Ding in den Mittelpunkt rückt, wird es möglich, die vielen Bedeutungen und Umgangsweisen mit Dingen zu betrachten, ohne ihre Relevanz in Zweifel zu ziehen: Dinge sind in sehr vielen Kulturen wichtig, auch wenn sie immer wieder mit anderen Bedeutungen erscheinen. Die verbindenden, in allen 16 präsentierten Fallstudien wichtigen Themen sind die Bedeutsamkeit des Materiellen in unterschiedlichen Kulturen sowie die Vielgestaltigkeit der Beziehungen zu Menschen.

Ein Projekt mit drei Teilen...

- virtuelle Ausstellung im Web

- Wechselausstellung im Foyer des IG-Farben-Hauses

- Begleitbuch im Kerber Verlag

Die Ausstellung wird am 15. Oktober um 18.15 Uhr im IG-Farben-Haus (Raum EG 411) eröffnet. Im Rahmen der Ausstellung finden öffentliche Vorträge von Astrid van Oyen (University of Cambridge), Stéphanie Leclerc-Caffarel (Musée du quai Branly, Paris), John L. Bintliff (Universiteit Leiden) und Peter F. Bang (Københavns Universitet) statt (Programm).

KONZEPTION

Annabel Bokern | Hans Peter Hahn | Fleur Kemmers mit Doktorandinnen und Doktoranden des Graduiertenkollegs Wert und Äquivalent

GESTALTUNG

Mathilda Mutant / Martina Miocevic, mathildamutant.de

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Museum für Angewandte Kunst

Hamster, Hispter, Handy. Im Bann des Mobiltelefons

Ohne das Mobiltelefon ist für viele Menschen der Alltag nicht mehr vorstellbar. Seine Funktionen reichen mittlerweile weit über das Telefonieren hinaus. Das Handy ist Fotoapparat, , Modeaccessoire, Computer, Taschenlampe, Videoscreen, GPS-Gerät und vieles mehr. Gleichermaßen komplex und zwiespältig steht es im Zentrum eines ganzen Universums von anderen Objekten. Es beeinflusst unser Konsumverhalten, macht Vorlieben transparent und zieht andere Dingwelten nach sich, die es ohne das Handy nicht geben würde. Die Ausstellung stellt diese Aspekte anhand von Design und Medien, aus Film und Gegenwartskunst in den Mittelpunkt und zeigt das Mobiltelefon als ein Ding, das als nützlich und schädlich, als bindend und polarisierend unser kulturelles Selbstverständnis mitprägt.

Eine Kooperation des Forschungsprojektes Konsumästhetik, des Jugendkulturarchivs und des Museums für Angewandte Kunst

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04.03.-03.05.2015 | Klingspor-Museum, Offenbach

Handverlesen - Künstlerbücher und Pressendrucke aus der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main

Die Ausstellung vom 4. März und 3. Mai 2015 ist Abschluss eines dreijährigen Kooperationsprojektes zwischen Universitätsbibliothek, Kunstgeschichtlichem Institut in Frankfurt und dem Klingspor-Museum in Offenbach. Das Projekt will das Künstlerbuch als eigenständige Kunstgattung in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken. Die Ausstellung präsentiert eine spannende Auswahl aus der umfangreichen Künstlerbuchsammlung der Bibliothek: Malerbücher von Joan Miró, David Hockney und HAP Grieshaber, Unikatbücher von Barbara Fahrner, Drucke von Felix Furtwängler, Peter Malutzki und Veronika Schäpers.

Wenn von den kostbaren Buchschätzen der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main die Rede ist, denkt man zuerst an mittelalterliche Handschriften und alte Drucke. Weniger bekannt ist ihre ca. 2000 Titel umfassende Sammlung wertvoller moderner Drucke. Sie enthält ungeahnte Schätze, welche nur selten der Öffentlichkeit präsentiert werden. Malerbücher, bibliophile Ausgaben, Pressendrucke, Mappenwerke, Künstlerbücher und -zeitschriften warten hier auf ihre Entdeckung. Der Grundstock der Sammlung wurde 1952 mit einem Nachlass aus privater Hand gelegt. Bis zum Ende der fünfziger Jahre wurde die Sammlung nur gelegentlich ergänzt, da die Schließung kriegsbedingter Lücken im Gesamtbestand vorrangig war. Ab den sechziger Jahren begann man, die Sammlung um kostbare Neuerwerbungen zu erweitern, darunter die 1961 in Paris erschienene Ausgabe von Longus‘ Daphnis et Chloe mit Farblithographien von Marc Chagall. War die Sammlung bis Mitte der siebziger Jahre eher auf bibliophile Drucke und Malerbücher ausgerichtet, so wurde das zeitgenössische Künstlerbuch ab 1975 zum Sammlungsgegenstand.

Mitarbeiter der Universitätsbibliothek sowie Studierende des Kunstgeschichtlichen Instituts der Universität Frankfurt unter der Leitung von Dr. Viola Hildebrand-Schat haben diese Bestände gesichtet und erfasst mit dem Ziel, das Künstlerbuch als eigenständige Kunstgattung in den Fokus kunsthistorischer Aufmerksamkeit zu rücken. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Das Projekt wird von den Studierenden in einer Ausstellung präsentiert, die eine spannende Auswahl aus der umfangreichen Künstlerbuchsammlung der Bibliothek zeigt.

Die Ausstellung wird durch ein vielfältiges Programm begleitet.

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6. 12.2014 - 15.2.2015 | Klingspor-Museum, Offenbach

Hurra und Kanonendonner. Kinder- und Jugendliteratur im 1. Weltkrieg. Eine Ausstellung aus Beständen des Instituts für Jugendbuchforschung

Der Erste Weltkrieg hat ein gewaltiges literarisches Echo gefunden. Selbst die Literatur für Kinder und Jugendliche greift das Thema auf – und zwar vom ersten Kriegsjahr an. Die zwischen 1914 und 1918 erschienenen Bilder-, Kinder- und Jugendbücher versuchen, ihren jungen Lesern das Kriegsgeschehen zu erklären. Dass die gezeigten Bilderbücher wie die Kinder- und Jugendbücher und -zeitschriften aus den Jahren 1914 bis 1918 als Teil der Kriegspropaganda anzusehen sind, steht außer Frage. Diese wendet sich jedoch in Teilen von der hurrapatriotischen Kriegsverherrlichung ab und nimmt Züge einer Durchhaltepropaganda an, die vor drastischen und realistischen Darstellungen nicht zurückschreckt. Damit vermitteln die Exponate einen bewegenden Einblick in den Kriegsalltag besonders von Kindern und Jugendlichen und gewinnen so für uns einen beachtlichen kulturhistorischen Wert.

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21. Oktober 2014 bis 22. März 2015 | IG-Farbenhaus

„Vom Objekt zur Kulturgeschichte – Wie Archäologen arbeiten“

100 Jahre Goethe-Universität heißt nicht nur 100 Jahre Archäologie in Frankfurt, sondern auch 10 Jahre Institut für Archäologische Wissenschaften, in dem sich die unterschiedlichen archäologischen Disziplinen inner- halb des Fachbereichs »Sprach- und Kulturwissenschaften« vereinten. Anlässlich dieses doppelten Jubiläums entsteht eine Ausstellung, die sich den Sammlungen der fünf Fächer widmet: Archäologie und Kulturgeschichte und Kultur des Vorderen Orients, Klassische Archäologie, Archäologie und Geschichte der Römischen Provinzen, Archäologie von Münze, Geld und von Wirtschaft sowie Vor- und Frühgeschichte. Ziel der Ausstellung ist die Vermittlung archäologischer Erkenntnismethoden auf erlebbare und didaktisch an-sprechende Weise. Der Besucher soll mitgenommen wer den auf eine Reise voller Erfahrungen: vom faszinierten Betrachten eines ›stummen‹, fremdartigen Objekts hin zum beziehungsreichen ›Gespräch‹ mit einem Objekt, das sich in historischen Zusammenhängen zeigt.

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11. September 2014 bis 15. Februar 2015 | historisches museum frankfurt

Gefangene Bilder. Wissenschaft und Propaganda im Ersten Weltkrieg

Die Ausstellung präsentiert beeindruckende Portraits von zehn französischen Kolonialsoldaten aus Nord- und Westafrika. Dieser bislang unbeachtete Archivfund zeigt, wie der Krieg einer in kolonialistischer Tradition stehenden Wissenschaft Möglichkeiten eröffnete – und wie umgekehrt die Produkte der Wissenschaft politischen Absichten dienten.

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Online-Ausstellung der Judaica-Sammlung der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg

125 Jahre Rothschild'sche Bibliothek

1887 gründete Freifräulein Hanna Louise v. Rothschild zum Andenken an ihren Vater Mayer Carl von Rothschild die "Freiherrlich Carl von Rothschildsche öffentliche Bibliothek". Diese Bibliothek stellte die modernen Werke der Sprach- und Literaturwissenschaft, der Musik und Künste allen frei zur Verfügung. Heute ist sie Teil des Bestandes der Frankfurter Universitätsbibliothek. Die Sammlung mit Presseberichten aus aller Welt zur Familie Rothschild wurde digitalisiert und ist online verfügbar. Die Ausstellung vermittelt die Geschichte der Bibliothek und würdigt deren Stifter.

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Online-Ausstellung der Judaica-Sammlung der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg

Jüdische Orte in Frankfurt am Main

Verortet in den Stadtplan Frankfurts wird die Geschichte der jüdischen Gemeinde Frankfurts erzählt. Diese war über die Jahrhunderte ein Zentrum des jüdischen Geistes-, Sozial- und Wirtschaftslebens. Mit aktuellen Bildern präsentieren sich die Orte des gelebten Judentums der fest in der Stadt verankerten Jüdischen Gemeinde: Synagoge, Gemeindezentrum, Bildungsstätten, Friedhöfe, Museen, Denkmäler und Privathäuser. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Jüdischen Museum der Stadt Frankfurt.

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22. April bis 14. November 2014 | Institut für Jugendbuchforschung

Bilder-, Kinder- und Jugendbücher aus der Zeit des Ersten Weltkriegs 1914 – 1918

Der Erste Weltkrieg hat ein großes literarisches Echo gefunden. Selbst die Literatur für Kinder und Jugendliche greift das Thema auf und versucht den jungen Lesern das Kriegsgeschehen zu erklären. In den Fluren des Instituts für Jugendbuchforschung (Q2, EG) werden Exponate aus der eigenen historischen Sammlung präsentiert. Darunter ausgewählte Bilderbücher, Mädchenkriegsromane sowie Mädchen- und Jungenzeitschriften. Der zweite Teil der Ausstellung findet in den Räumen des BzG (Q1, EG) statt. Gezeigt werden ausgewählte Kriegsabenteuererzählungen für männliche Leser. Kuratoren sind Sebastian Weber und Robin Schmerer.

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2. Juli bis 9. August 2014 | Universitätsbibliothek

Der Opernreformer Christoph Willibald Gluck – Überlieferung und Rezeption seiner Werke

Zum 300. Geburtstag des Komponisten Christoph Willibald Gluck zeigt die Frankfurter Universitätsbibliothek Dokumente zu seinem Leben, seinem Werk und zu seiner Rezeption. Musikhandschriften, Musikdrucke, Literatur zu Gluck und Porträt-Stiche dokumentieren die Rezeptionsgeschichte vom späten 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Sie ist durch eine Fokussierung auf die Reformopern gekennzeichnet. Die Materialien aus dem 20. Jahrhundert sowie aus jüngster Zeit spiegeln die veränderten medialen Möglichkeiten ebenso wie eine unterschiedlich motivierte Erweiterung des Blicks auf Glucks Schaffen. Anhand von Bildmaterial, Programmheften, Tonträgern, aber auch wissenschaftlicher Literatur und Notenausgaben wird die umfassendere Wahrnehmung des Komponisten deutlich. Ein lokaler Bezug wird hergestellt durch Exponate aus Stiftungen Frankfurter Bürger sowie durch Dokumente von Frankfurter Operninszenierungen. Konzept: Prof. Dr. Daniela Philippi und Dr. Ann Kersting-Meuleman; Mitarbeit: Elisabeth Schönfeld

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31. Juli bis 14. September 2014 | Klingspor Museum Offenbach, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach a.M.

Japan auf Reisen

250 Friedensjahre führten im Japan des 17. bis 19. Jahrhunderts zu einer neuartigen, bürgerlichen Kultur der kurzweiligen Unterhaltung, geprägt von Vergnügungssucht und Respektlosigkeit gegenüber tradierten Werten. Neu war auch die Mobilität: Über die ausgebauten Handelsstraßen zogen Fürsten und Händler, aber auch Pilger. Am Wegesrand entwickelten sich touristische Attraktionen.

Die Ausstellung vereinigt Bilder dieser Reisetätigkeit: illustrierte Blockdruckbücher aus der Sammlung Edo bunko (Japanologie, Universität Frankfurt), ukiyoe-Holzschnitte und Nara ehon-Manuskripte des Museums Angewandte Kunst Frankfurt. Das faszinierende Spiegelbild einer Welt entsteht, die außerhalb Japans lange verborgen blieb.

(Organisation: Bernd Jesse, Michael Kinski, Pia Schmitt)

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17. Juni bis 22. Juli 2014 | Goethe-Institut Paris

Auf dem Wege nach Atlantis: Leo Frobenius (1873- 1938) und die Felsbilder Afrikas

Bereits auf seinen ersten Afrikaexpeditionen in den belgischen Kongo 1904-06 und ins französische Westafrika 1907-09 war der Ethnologe Leo Frobenius auf der Suche nach den ursprünglichen Formen der afrikanischen Kultur, die er bis auf das sagenhafte Atlantis zurückführte. Ab 1912 begleiteten ihn dann Maler, die auf den ausgedehnten Forschungsreisen in entlegenen Gebiete des Kontinents Kopien prähistorischer Felsbilder in Farbe und oft in Originalgrößen anfertigten. Später folgten dann Dokumentationsreisen in die europäischen Felsbildgebiete aber auch nach Neu Guinea und in den australischen Outback. Bis zu seinem Tode im Jahre 1938 entstand auf diese Weise eine Sammlung von rund 5.000 Felsbildkopien. Die umfangreichste ihrer Art weltweit.

Die Ausstellung zeigt die abenteuerliche Entstehung dieser Sammlung in der Sahara und in den Savannen Simbabwes und wie das Wissen über afrikanischer Kulturen in Deutschland entstand. Sie geht aber auch auf die spektakuläre internationale Ausstellungsgeschichte der Bilder ein, die in den 1930er Jahren u.a. im Berliner Reichstag, in gefeierten Ausstellungen in Paris und im New Yorker MoMA gezeigt wurden. Die heute fast vergessenen großformatigen und oft abstarkt anmutenden Bilder haben ebenso die zeitgenössische künstlerische Avantgarde beeinflusst wie die Frobenius‘ Gedanken die Entstehung der Négritude-Bewegung.

Kuratoren : Jean-Louis Georget (Institut français d’histoire en Allemagne) , Hélène Ivanoff (EHESS), Richard Kuba (Frobenius-Institut)

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