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Neuigkeiten

 

Wintersemester 2017/18 | Seminarhaus SH 3.103, IG-Farben-Haus IG 1.414, Sammlungen der Goethe-Universität, des Uni-Klinikums und der Johannes Gutenberg-Universität

Auge/Hand/Wissen. Handzeichnen als Technik der Welterfassung vom 18. bis 21. Jahrhundert (Studiengruppe: sammeln, ordnen, darstellen)

Seminar von Dr. Lisa Regazzoni, Historisches Seminar, Goethe Universität und Dr. Vera Hierholzer, Koordinatorin der Sammlungen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Das interdisziplinäre Seminar widmet sich dem wissenschaftlichen Handzeichnen als Form der Welterfassung vom 18. bis 21. Jahrhundert. Die Seminarteilnehmer*innen setzen sich mit der zeichnerischen Erfassung insbesondere von Artefakten, Naturalia und Menschen auseinander – am Beispiel von Darstellungen archäologischer Funde und Pflanzen sowie anatomischen Skizzen. In einem dezidiert komparatistischen und epochenübergreifenden Ansatz wird danach gefragt, wie sich die Technik des Handzeichnens im Lauf der Zeit verändert hat und welche Erkenntnisinteressen oder auch Forschungsfragen damit verbunden waren und sind. Warum wird das Zeichnen bis heute in überraschend vielen wissenschaftlichen Kontexten als Technik der Objekt- und Subjekterfassung verwendet – und das trotz der Herausbildung konkurrierender Verfahren wie der Fotografie, des Films, des 3D-Scans u.v.m.? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der wissenschaftlichen Analyse und Theoriebildung und der Art der Objekt- und Subjekterfassung? Welches Vorwissen liegt der zeichnerischen Praxis zugrunde und welche Erkenntnisse werden damit vermittelt? Welche Aspekte können mittels Zeichnungen besser herausgearbeitet werden und welche ausgeblendet? Da die Zeichner*innen, die im Auftrag von Wissenschaftler*innen arbeiten, oft eine künstlerische Ausbildung besitzen, gilt das Interesse zudem der Verzahnung zwischen Kunst und den jeweiligen Disziplinen (u.a. Archäologie, Ethnologie, Biologie, Anthropologie, Botanik, Medizin).

Diesen Fragen gehen die Seminarteilnehmer*innen nicht nur auf der Grundlage der Diskussion wissenschaftshistorischer und -theoretischer Texte nach, sondern insbesondere im Rahmen von Exkursionen in verschiedene Sammlungen. Im Zentrum stehen Handzeichnungen, die in den Universitätssammlungen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Goethe-Universität Frankfurt aufbewahrt werden – u.a. werden die Sammlungen des Frobenius-Instituts, des Instituts für Neurologie (Edinger-Institut) an der Universität Frankfurt und des Instituts für Allgemeine und Spezielle Botanik an der Universität Mainz besucht. Darüber hinaus ist ein Besuch des Arbeitsbereichs Grafik im Römisch Germanischen Zentralmuseum Mainz geplant.

Das Seminar findet in 7 Blockveranstaltungen à 4 Stunden in Frankfurt und Mainz statt und richtet sich an Studierende beider Universitäten.

Studierende der Kunstgeschichte erwerben einen Teilnahmeschein am Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften und können sich diesen für ihr Fach am Kunstgeschichtlichen Institut anerkennen lassen. Zuständig für die Anerkennung: Dr. Julia Saviello.

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Freitag, 7. Juli 2017, 11:30 - 13:00 Uhr | Institut für Afrikanistik, Goethe-Universität Frankfurt, Bockenheimer Landstraße 133, 5. OG, Raum 507

„Die ethnographischen Filme von Oswin Köhler und deren partizipative Bearbeitung mit Khwe in Namibia: ein Versuch”

Vortrag von Dr. Gertrud Boden mit Filmvorführung

Im Rahmen des Afrikanistischen Kolloquiums hält Frau Dr. Gertrud Boden am Freitag, den 7. Juli 2017 von 11:30 bis 13:00 Uhr einen Vortrag über das Thema „Die ethnographischen Filme von Oswin Köhler und deren partizipative Bearbeitung mit Khwe in Namibia: ein Versuch”.

Der wissenschaftliche Nachlass des Afrikanisten Oswin Köhler (*1911-†1996) beinhaltet unter anderem ethnographische Filmsequenzen, die in den Jahren 1962 und 1965 in der Ortschaft Mutc'iku aufgenommen wurden und Teil des Oswin-Köhler-Archivs sind. Dieses Filmmaterial wurde von einer Arbeitsgruppe im Jahr 2016 den Angehörigen der Khwe-Gemeinschaft vorgeführt und daraus eine DVD erstellt.

Frau Dr. Boden, wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt "Die Welt der Kxoé-Buschleute" – Wissenschaftliche Bearbeitung des Materials zur Khwe-Kultur im Nachlass des Afrikanisten Oswin Köhler, wird im Vortrag Ausgangsmaterial, den Prozess der partizipativen Bearbeitung, sowie die dabei entstandenen Fragen aufzeigen. Anschließend wird der 55-minütige Film mit Originalton gezeigt.

30. Juni 2017 | Treffpunkt: 15:00 Uhr, Litfaßsäule gegenüber Infopoint Goethe-Uni, Campusplatz

Sammlungsführungen auf dem Uni-Sommerfest 2017

Auf dem Sommerfest der Goethe-Universität am Freitag, den 30.06.2017 gibt es die Möglichkeit, zwischen 15:15 und 18:15 Uhr bei Sammlungsführungen am Uni-Campus Westend teilzunehmen. Angeboten werden Führungen zu fünf der 40 Sammlungen der Goethe-Universität: Die Sammlung Politische Bildgedächtnisse am Historischen Seminar, die Kinder- und Jugendbuchsammlung der Bibliothek für Jugendbuchforschung, die Abgussammlung der Abteilung Klassische Archäologie, das Comic-Archiv und die Kunstsammlung zu Werken von Poelzig und Heck.

SAMMLUNGSFÜHRUNGEN

Treffpunkt: Litfaßsäule gegenüber Infopoint Goethe-Uni, Campusplatz

15:15 Abguss-Sammlung: Verhüllte Mädchen – nackte Göttinnen. Antike Frauenkörper hautnah

15:30 Politische Bildgedächtnisse

15:45 Kinder- und Jugendbuchsammlung

16:15 Comic-Archiv

16:15 Abguss-Sammlung: Nackte Jünglinge-verhüllte Greise? Männerbilder in alten Griechenland

16:30 Politische Bildgedächtnisse

16:45 Kinder- und Jugendbuchsammlung

16:45 Kunst-Sammlung: Werke von Poelzig & Heck

17:15 Comic-Archiv

17:15 Abguss-Sammlung: Flach und ohne Tiefe? Die hohe Kunst des Reliefs in der griech. Antike

17:30 Politische Bildgedächtnisse

18:15 Abguss-Sammlung: Von Angesicht zu Angesicht. Bildnisse berühmter Griechen & Römer

Weitere Informationen zum Programm des Sommerfestes finden Sie hier

Wintersemester 2016/17, montags 16-18 Uhr | IG-Farben-Haus 4.401

Sammlungen als Räume des Wissens

Seminar von PD Dr. Sybilla Nikolow, Historisches Seminar, Wissenschaftsgeschichte

In Sammlungen werden Dinge zu Objekten eines Ordnungssystems. Im Unterschied zum Sammelsurium sind sie als Räume zu verstehen, in denen Wissen auf systematische Weise erworben, dargestellt, modifiziert, stabilisiert und mobilisiert wird. Die Kollektionen zeugen von einer klassifizierenden Wissenskultur, die trotz oder wegen ihres historischen Wandels bis heute erkenntnisleitend ist. Derartige systematisierende Zugriffe waren nicht nur für die Entdeckung und Aneignung der Welt in der Frühen Neuzeit von identitätsstiftender Bedeutung. Noch immer ist das Sammeln und Ordnen ein wichtiger Bestandteil der wissenschaftlichen Praxis, mit der etwa in der hochspezialisierten - inzwischen mit digitalen Mitteln betriebenen - Forschung in den Umweltwissenschaften oder der Genetik versucht wird, der überbordenden Vielfalt von Phänomenen zu begegnen. Entsprechend geben Sammlungen Auskunft über das jeweilige Selbstverständnis ihrer Eigentümer und zeugen von einem kenntnisreichen Umgang mit Objekten. Für die Wissenschaftsgeschichte stellen sie eine wertvolle materielle Quelle dar, mit der sich der Wandel von Wissensobjekten und den mit ihnen verbundenen Praktiken in verschiedenen Fachkulturen studieren lässt. Im Seminar soll das Thema gemeinsam mit den Studierenden zunächst anhand von Schlüsseltexten und Beispielen erarbeitet und dann auf eine wissenschaftshistorische Befragung der Bestände der Goethe-Universität angewendet werden. Dabei wird sich zeigen, wie in den Frankfurter Sammlungen noch heute Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Wissenschaften aufeinander bezogen sind.

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1. Juli 2016 | Treffpunkt: Info-Point IG-Farben-Haus

Sammlungsführungen auf dem Uni-Sommerfest

Auf dem Sommerfest der Goethe-Universität am Freitag, den 1. Juli 2016 gibt es die Möglichkeit vier der 40 Sammlungen der Goethe-Universität zu entdecken. Zwischen 15:30 und 18:00 werden Führungen durch die Kinder- und Jugendbuchsammlung der Bibliothek für Jugendbuchforschung, die Sammlung Politische Bildgedächtnisse am Historischen Seminar, das Felsbildarchiv des Frobenius-Instituts und das Comic-Archiv angeboten.

SAMMLUNGSFÜHRUNGEN

Treffpunkt Infopoint IG-Farben-Haus

15:30 Kinder- und Jugendbuchsammlung der Bibliothek für Jugendbuchforschung

15:45 Sammlung Politische Bildgedächtnisse (Reklamesammelalben)

16:00 Felsbildarchiv des Forbenius-Instituts

16:30 Comic-Archiv des Instituts für Jugendbuchforschung

16:30 Kinder- und Jugendbuchsammlung der Bibliothek für Jugendbuchforschung

16:45 Sammlung Politische Bildgedächtnisse (Reklamesammelalben)

17:00 Felsbildarchiv des Forbenius-Instituts

17:30 Comic-Archiv des Instituts für Jugendbuchforschung

Weitere Informationen zum Programm des Sommerfestes finden Sie hier

16.04., 30.04., 21.05., 02.07., 30.07.2016 | Goethe-Universität und historisches museum frankfurt

Sammlungen divers. Neu-Sichtungen historischer Objekte

In Kooperation mit dem historischen museum frankfurt und mit academic experience worldwide e.V. entwickeln Wissenschaftlerinnen des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften mit Geflüchteten und Studierenden der Goethe-Universität neue Perspektiven auf eine Sammlung. In dem partizipativen Projekt geht es um eine Neu-Sichtung von Museumsobjekten aus den bestehenden und zukünftigen Dauerausstellungen des historischen museums frankfurt. Gemeinsam erarbeiten Geflüchtete mit akademischem Hintergrund und Studierende einen transkulturellen Multimedia Guide. Die Arbeitsgruppe diskutiert die Hintergründe der Objekte und entwickelt in Tandemgruppen neue Erzählungen zu den Objekten unter Berücksichtigung der diversen Expertisen der Teilnehmenden.

Nach einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Format „Objekterzählung“ werden in mehreren Sitzungen die Sammlungsbestände des historischen museums frankfurt gesichtet und spezifische Objekte ausgewählt. Diese werden, unter der Berücksichtigung verschiedener thematischer Schwerpunkte, kontextuell aufgearbeitet. Ziel ist es, die bereits bekannten Objekthintergründe zu diskutieren und in Beziehung mit neuen Perspektiven und transkulturellen historischen Erzählungen zu setzen. In Tandemgruppen erarbeiten immer zwei Personen (jeweils ein/e Geflüchtete/r und ein/e Studierende/r) die Bedeutungsdimensionen eines Objekts auf und erstellen eigene Interpretationen sowie Objekttexte.

Die Ergebnisse sollen in einer mobilen Web-App zusammengeführt und für die pädagogische Nutzung des historischen museums frankfurt bereitgestellt werden.

Das Kooperationsprojekt wird von Judith Blume, Christiane Borchert, Anne Gemeinhardt, Puneh Henning, Vera Hierholzer und Lisa Regazzoni getragen.

16.12.2015 | Frankfurt

Der Arbeitskreis Sammlungen verabschiedet ein Statut

Statut des Arbeitskreises Sammlungen der Universität Frankfurt

Angeregt durch die „Empfehlungen zu wissenschaftlichen Sammlungen als Forschungsinfrastruktur“ des Wissenschaftsrates vom Januar 2011 sowie aufbauend auf die Aktivitäten der Studiengruppe „sammeln, ordnen, darstellen“ am Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften (Bestandsaufnahme, Vernetzung der Sammlungen, fächerübergreifende Lehrveranstaltungen zu den Sammlungen, Aufbau einer gemeinsamen Online-Plattform) sowie der Jubiläumsausstellung „Ich sehe wunderbare Dinge. 100 Jahre Sammlungen der Goethe Universität“ wurde im Mai/Juni 2015 der Arbeitskreis Sammlungen der Goethe-Universität Frankfurt gegründet.

Der Arbeitskreis versteht sich als offene Gruppe. Alle Sammlungsverantwortlichen der Universität sowie Interessierte sind zu den Treffen eingeladen. Die Treffen finden mindestens einmal im Semester statt. Zudem gibt es die Möglichkeit, Treffen zu organisieren, die spezifischen Themen gewidmet sind.

Zur besseren Koordination der Arbeit wählt der Arbeitskreis ein Sprechergremium, das aus drei Sammlungsverantwortlichen besteht, die ein möglichst breites Fachspektrum abdecken. Die Leiterinnen der Studiengruppe „sammeln, ordnen, darstellen“ sind qua Funktion ebenfalls Teil des Sprechergremiums. Das Sprechergremium koordiniert und strukturiert die Arbeit, vertritt den Arbeitskreis nach außen und gibt Informationen nach innen weiter. Es ist kein Entscheidungsgremium; Entscheidungen werden in den Sitzungen des Arbeitskreises getroffen. Sollte ein/e sammlungsverantwortliche/r aus terminlichen Gründen verhindert sein, kann er/sie sich durch eine/n Kolleg/in vertreten lassen. Die Amtszeit der Sprecher/innen beträgt zwei Jahre, eine Wiederwahl ist möglich. Tritt ein/e Sprecher/in frühzeitig zurück, wird sein/ihr Posten bei der nächsten Sitzung des AKs neu besetzt.

Für Belange der Sammlungen ist der AK Ansprechpartner auch für das Präsidium der Universität.

Momentanes Sprechergremium (Amtszeit von Juni 2015 bis Juni 2017):

- Dr. Mathias Jehn, Leiter des Archivzentrums der UB

- Prof. Dr. Katharina Neumann, Zentrum für Interdisziplinäre Afrikaforschung – Betreuerin der archäobotanischen Vergleichssammlung (FB 09)

- Prof. Dr. Peter Prinz-Grimm, Institut für Geowissenschaften, Betreuer der geowissenschaftlichen Sammlungen (FB 11)

- Leiterinnen der Studiengruppe: Judith Blume, Dr. Vera Hierholzer und Dr. Lisa Regazzoni (Historisches Seminar, FB 08)

Frankfurt am Main

Ton, Steine, Scherben: Sammlungen, Studiengruppe und AK in der Süddeutschen Zeitung

Unter dem Titel "Ton, Steine, Scherben" berichtet die Süddeutsche Zeitung vom 12.10.2015 anlässlich der BMBF-Ausschreibung "Vernetzen - Erschließen - Forschen. Allianz für universitäre Sammlungen" über die Sammlungen der Goethe-Universität, deren Aktivitäten und den neugegründeten Arbeitskreis!

Lesen Sie den Artikel hier.

Frankfurt am Main

Gründung eines AK Sammlungen

Auf Initiative von Judith Blume, Dr. Vera Hierholzer und Dr. Lisa Regazzoni, Leiterinnen der Studiengruppe „sammeln, ordnen, darstellen“, haben die Verantwortlichen für die über vierzig Sammlungen der Goethe-Universität im Juni 2015 einen Arbeitskreis gegründet.

In Anknüpfung an die Arbeit der Studiengruppe und der Ausrichtung der Plattform zielt der Arbeitskreis insbesondere darauf ab, die Sammlungsbetreuerinnen und -betreuer über die Fächergrenzen in einen dauerhaften Austausch zu gemeinsamen Anliegen und Fragen zu bringen. Innerhalb und außerhalb der Universität möchte er für die Unentbehrlichkeit der vielfältigen Sammlungsbestände und die damit einhergehende Verpflichtung sensibilisieren, das Potential dieses dinglichen Reservoirs angemessen auszuschöpfen. Darüber hinaus zielt der Arbeitskreis auch auf die notwendige konzeptionelle Weiterentwicklung durch die Einführung neuartiger, ggf. interdisziplinärer Lehrformate und Präsentationsformen wie Ausstellungen.

Mehr zum Arbeitskreis und seinen Zielen auf Seite 16 des Uni-Reports vom 8.10.2015.

04.-06.09.2015 | IG-Farben-Haus, Raum 411, 454, 457

1. Frankfurter Symposion zur Comic-Forschung „Geschichte im Comic - Geschichte des Comic“

Wie die Titelschlagworte andeuten, soll sich die Tagung am Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität Frankfurt in ihren Beiträgen und Diskussionen mit Comics und Graphischer Literatur in doppelter Perspektive befassen. Zum einen wird es um die historischen Themen und Stoffe von der Antike bis in die Zeitgeschichte gehen, die in internationalem Umfang auch in Werken der 'sequential art' behandelt werden und auf großes Interesse bei einem breiten Publikum stoßen. Die globale Verbreitung von Geschichtsbildern und Geschichtsnarrationen gewinnt in den spezifischen Erzählformen des Comics häufig eine besondere Brisanz und befördert den grenzüberschreitenden Austausch zwischen Regionen und Kulturen weltweit. Als wesentlicher Teil eines internationalen Archivs der Erinnerungskultur hat der Comic einen nicht zu übersehenden Stellenwert gewonnen und gerät ins Blickfeld der Forschung sowohl als Zeugnis und Quelle als auch als Darstellung und Deutung von historischem Geschehen.

Zum anderen soll eine Historisierung des Phänomens Comic selbst betrieben und seine zeitgenössischen Spielarten wie auch seine Leserschaft(en) betrachtet und in ihrer internationalen Entwicklung und Ausformung untersucht werden. Es scheint vor dem Hintergrund der Fokussierung auf Historie und Historisches durch die Bildgeschichte in besonderer Weise angebracht, nach den wesentlichen Entwicklungslinien der Gattung und deren Voraussetzungen zu fragen: dies nicht zu letzt deshalb, weil die Debatten um neue oder als neuartig wahrgenommene Strömungen wie Manga und Graphic Novel, um Serialität, Werkcharakter und Medienkultur, um Comic und Bilderbuch, um Comics in traditionellen wie in den Neuen Medien u.v.a. die Frage nach dem Wesen der Graphischen Literatur aufwerfen.

Das vorläufige Programm zur Tagung finden Sie hier.

11.12.2014 | IG-Farben-Haus, Raum 1.414

Mobile Sammlung, zirkulierende kleine Formen. Werkstattgespräch mit Annegret Pelz

Im Rahmen der Mittwochskonferenzen hält Frau Pelz, Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Wien, am Mittwoch, den 10.12.2014 den Vortrag: "Mobile Sammlung, zirkulierende kleine Formen", der sich der erinnerungs- und gruppenkonstituierende Funktion von transportablen Alben, Blankobüchern und Mappenwerken widmet und insbesondere ihre Präsenz in der Literatur seit den 1990er Jahren analysiert.

Im Werkstattgespräch am Donnerstag Vormittag wollen wir noch einmal genauer der Frage nachgehen, welche Verfahren Alben, Blanko- und Notizbüchern zugrunde liegen, wie sie sich diese mit unterschiedlichen disziplinären Zugängen analytisch greifen lassen und welche Rolle sie in der Erinnerungskultur beziehungsweise dem literarischen Schreiben insbesondere über Migration haben.

Grundlage der Diskussion wird der Aufsatz "Vom Bibliotheks- zum Albenphänomen" von Annegret Pelz sein, der unter folgendem link zu finden ist (ab S. 40) und den ich auch gerne auf Anfrage per pdf versende: https://fedora.e-book.fwf.ac.at/fedora/get/o:340/bdef:Content/get. Darüber hinaus aber möchten wir einzelne Beispiele aus der Literatur gemeinsam diskutieren und sie mit "realen" Alben aus der Sammlung Politische Bildgedächtnisse (Reklamesammelalben) vergleichen.

11.-12.11.2014 | Museum Giersch und Goethe-Universität

Wissenschaftliche Sammlungsbestände ausstellen

Organisatoren
Studiengruppe „sammeln, ordnen, darstellen“ (FZHG, Frankfurt am Main)
Forschungsgruppe „Matières à penser“ (Centre Alexandre Koyré, Paris und Helmholtz-Zentrum, Berlin)
Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte (Goethe-Universität, Frankfurt am Main)

Der internationale Workshop für Studierende, Promovierende und Post-Docs aus Paris, Berlin und Frankfurt am Main widmet sich der Frage, inwiefern Ausstellungen von wissenschaftlichen Objektbeständen als Orte der Wissensgenerierung gelten können. Am konkreten Beispiel zweier Ausstellungen, die im Rahmen des 100. Jubiläums der Goethe-Universität realisiert worden sind – „Ich sehe wunderbare Dinge. 100 Jahre Sammlungen der Goethe-Universität“ im Museum Giersch und „Vom Objekt zur Kulturgeschichte. (Wie Archäologen arbeiten)“ im Campus Westend –, sind die Teilnehmenden dazu eingeladen, sich mit den folgenden Fragen intensiv auseinanderzusetzen: Werden diese Ausstellungen der wissenschaftlichen Arbeit mit und an den Uni-Sammlungen gerecht? Inwiefern bilden sie ein Modell für die Auf- und Umwertung insbesondere von historischen, aktuell nicht mehr verwendeten Sammlungsbeständen? Welches neue Wissen bzw. fruchtbare Gedanken können die erst in den Ausstellungen geschaffenen Objektnachbarschaften produzieren? Ist die Gestaltung dem Konzept angemessen? (Eine ausführlichere Beschreibung des Konzepts und der Leitfragen finden Sie hier).